Disruption mit Joghurt: Lieferservice für frische Lebensmittel

Disruption durch Digitalisierung im Lebensmitteleinzelhandel

In der vergangenen Vorweihnachtszeit überraschte ein Christbaumverkäufer den eCommerce-Berater Alexander Graf mit der Behauptung, der Versandhändler Amazon werde ihm wohl so schnell keine Konkurrenz machen können. Dass das ein Irrtum ist, dokumentierte Graf sogleich in einem Tweet:

Nun hat Amazon angekündigt, mit seinem Lieferservice „Fresh“ in den Lebensmittelhandel einzusteigen, zuerst in Berlin und bald im Ruhrgebiet und anderen Ballungsräumen. Doch ähnlich dem Weihnachtsbaumverkäufer zweifeln auch Entscheider des Lebensmitteleinzelhandels immer noch an den logistischen Fähigkeiten des Handelsriesen Amazon und seiner Partner. So beschwört Edeka-Chef Markus Mosa die hohen Anforderungen an die Kühlkette, um seine Skepsis zu untermauern. Edeka selbst experimentiert mit dem zugekauften Lieferservice „Bringmeister“ in zwei Großstädten, hat aber zur Zeit keine Ambitionen den Dienst auszubauen.

Natürlich sind Weihnachtsbäume ein dankbareres Versandgut als frisches Gemüse und Milchprodukte. Aber auch die kostengünstige und sichere Zustellung von leicht verderblichen Waren ist nur eine weitere Herausforderung an die Optimierung logistischer Prozesse und Infrastrukturen. Wer glaubt wirklich, der Einzelhandel mit Lebensmitteln bliebe die einzige Branche, in der die Disruptionen der Digitalisierung nicht greifen würden? In Zukunft werden Supermärkte ihren Kunden einen Mehrwert bieten müssen, der den Weg zu ihnen rechtfertigt.


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