Wir besuchen nicht nur viele Events – wir fotografieren sie auch. Denn die Gastgeber der häufig kostenlosen Talks und Fortbildungsveranstaltungen freuen sich über die Sichtbarkeit, die unsere Fotos in den Social Media für ihre Marke und ihr Event erzielen. Mittlerweile werden wir deshalb immer häufiger gebucht, um Veranstaltungen fotografisch zu begleiten und zu dokumentieren.

Über die Jahre haben wir dabei Erfahrungen gesammelt, von denen wir einige mit Ihnen teilen möchten:

Veranstaltungen diskret fotografieren

Nicht der Fotograf steht im Mittelpunkt eines Events, sondern die Speaker, Teilnehmer und Veranstalter. Deshalb gehört zur Ausstattung eines Event-Fotografen neben einer angemessenen, unauffälligen Kleidung auch eine Fotoausrüstung, die eine diskrete Arbeit ermöglicht. Oft sind die Lichtverhältnisse bei Veranstaltungen fotografisch anspruchsvoll. Mit einem Blitzgerät, das Fotografen in anderen Situationen mehr Kontrolle über die Lichtgestaltung geben würde, kann man ein Event aber regelrecht “kaputt blitzen” und Referenten und Besucher erheblich stören. Zudem beeinträchtigt das Blitzen den Mitschnitt des Events auf Video. Deshalb sollten bevorzugt lichtstarke Objektive zum Einsatz kommen, die bei schwachem Licht noch rauscharme und kontrastreiche Fotos bei kurzen Belichtungszeiten ermöglichen. So kommen Sie im besten Fall ohne störendes Blitzen aus. Das gleiche gilt übrigens für das Auslösegeräusch der Kamera: Profikameras können Fotos leise bis geräuschlos aufnehmen und lenken die Teilnehmer nicht vom eigentlichen Anlass der Veranstaltung ab.

Referenten und Gäste vorab recherchieren

Spontane Event-Fotos sind toll und ergeben sich für das geschulte Fotografenauge meist en passant. Wenn Sie im Vorfeld der Veranstaltung schon einige Informationen nicht nur über die Speaker, sondern auch zu interessanten oder prominenten Gästen in Erfahrung bringen, können Sie während des Events gezielt Fotos von wichtigen Persönlichkeiten machen. “Wichtig” kann sich auf die Beziehung des Gastes zum Veranstalter beziehen oder auf die Reichweite, die ein Foto der Person in den Social Media erzielt. Wenn sich unter den Gästen zum Beispiel eine Ministerin, ein Schauspieler oder eine Konzernchefin befindet, sollten Sie diese Tatsache unbedingt dokumentieren und fotografisch inszenieren. Außerdem können Sie eine große Social-Media-Reichweite einzelner Gäste oder der Referenten für sich nutzen: Posten Sie ein schönes Foto der Person und taggen sie in dem Beitrag, wird sie den Post vermutlich gerne teilen und Ihrer Veranstaltung entsprechende Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit bescheren.

Event-Fotos mit Mehrwert posten

Wenn Sie ein Foto der Veranstaltung in den Social Media posten, können Sie es mit einem Zitat oder einem Learning aus dem Event untertiteln. Viele Nutzer auf Twitter oder Facebook haben vielleicht keinen Bezug zu der abgebildeten Person und zur Veranstaltung und würden das Bild eher nicht teilen. Eine interessante oder hilfreiche Aussage hingegen teilen sie hingegen sehr gern mit ihren Followern und Freunden. Auf diese Weise generieren Sie wiederum Reichweite für Ihr Event-Foto und Ihre Veranstaltung.

Zur guten Vorbereitung der Event-Fotografie gehört außerdem eine zweite leistungsfähige Kamera als Ersatzgerät und nach Möglichkeit eine Vorab-Begehung des Veranstaltungsortes, um die Lichtverhältnisse und Kamerapositionen im Vorfeld planen zu können. Eventuell sind schon Bilder von dortigen Events im Internet, an denen Sie sich orientieren können. Eine gewisse Kenntnis der aktuellen Rechtslage kann Ihnen zudem viel Ärger ersparen. Da beim Veröffentlichen von (Personen-) Fotos mehrere Rechtsgüter betroffen sind, ist das allerdings ein weites Feld. Beratung in dieser Sache kann nur ein Fachanwalt geben. Es ist jedoch hilfreich, sich zum Beispiel hier regelmäßig über aktuelles Bild- und Fotorecht zu informieren.