Keyword-Domains ranken nicht besser

Über Suchmaschinenoptimierung kursieren viele Mythen. Das liegt einerseits daran, dass die Suchmaschinenbetreiber sparsam mit Informationen sind, um Manipulationen der Rankings  zu verhindern. Andererseits passen sie ihre Algorithmen so häufig an, dass Webdesigner und SEO-Experten aufpassen müssen, dass sie keine relevanten Veränderungen verpassen, wenn sie denn von Google kommuniziert werden.

Keywords in Domain-Namen

Wenn Sie eine neue Homepage entwickeln lassen, müssen Sie sich für eine Internetadresse, die Domain, entscheiden. Dabei standen Sie früher vor zwei alternativen Strategien: Entweder, Sie benutzten Ihren Firmen- oder Markennamen (bambule) oder Sie wählten Suchbegriffe aus, für die Sie weit oben in den Suchergebnissen stehen wollten (webdesign-ruhrgebiet). Eine Kombination aus beidem war auch denkbar, erzeugte aber lange Domains, die  nicht sehr einprägsam waren und auf keine Visitenkarte mehr passten (bambule-webdesign-ruhrgebiet).

Keyword-Domains bringen nichts für SEO

Seit Herbst 2012 ist bereits bekannt, dass Google Domains mit passenden Keywords für eine Suche nicht höher bewertet. Das macht aus Googles Sicht absolut Sinn, denn der Suchmaschinenbetreiber möchte nicht billig erkaufbare Vorteile als Rankingfaktoren, sondern nützliche Inhalte für die Suchenden.

Bestätigt hat das jetzt noch einmal der Google-Mitarbeiter John Mueller in einem Foren-Beitrag, wie Barry Schwartz auf www.seroundtable.com meldet. In einem Nebensatz spricht Mueller noch einen anderen gängigen SEO-Mythos an, nämlich ob eine .com-Domain besser gefunden wird als eine andere TLD, also Domain-Endung. Auch hier lautet die Antwort: nein.

Sie können sich bei der Domainsuche also ruhig auf Firmen, -Marken- oder Fantasienamen einlassen, Ihre relevanten Keywords sollten vielmehr in den Texten auf Ihrer Website stecken.

Es bleibt ein kleines “Aber”

Ein kleiner Vorteil bleibt den Keyword-Domains jedoch trotzdem. Bringen sie zwar nichts fürs Ranking, werden sie doch optisch in den Suchergebnissen hervorgehoben. Entspricht nämlich ein Begriff in der Domain dem eingegebenen Suchbegriff, wird er gefettet angezeigt und setzt sich dadurch von anderen Treffern ab. Dadurch könnte er eher angeklickt werden, als seine Nachbartreffer. Aber eben nur, wenn er überhaupt angezeigt wird. Außerdem hat man diesen Vorteil auch, wenn der Suchbegriff im Seitentitel steht.

Eine weitere Ausnahme unter Marketing-Gesichtspunkten bilden generische Domainnamen, also solche, die mit einem einzigen Wort eine ganze Branche oder Gattung beschreiben, zum Beispiel “Autoreifen” oder “Ferienhaus”. Solche Domains haben beim Suchenden einen gewissen Vertrauensvorschuss und werden deshalb eventuell eher angeklickt. Aber auch hier gilt: Stehen auf der Homepage hinter dieser Domain keine sinnvollen oder hilfreichen Informationen, wird die Domain nicht gut ranken, weil die Suchenden schnell abspringen und ein anderes Suchergebnis anklicken.